In Familie & Waldorf/ Lullabee | Bienentagebuch

Alma

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Manchmal ist mir etwas seltsam zumute, wenn ich hier im Blog in Anbetracht von Corona (ich mag dieses Wort eigentlich gar nicht mehr aussprechen) über Alltagsdinge schreibe. Manchmal zögere ich, bevor ich einen Blogbeitrag veröffentliche oder ein Bild auf Instagram hoch lade. Als ob es gerade nichts Wichtigeres gäbe…
Immernoch schlafe ich mit Ängsten ein und stehe morgens mit denselben wieder auf. Ich bin so froh, dass noch nicht alle Kinder unser Zuhause verlassen haben, immerhin leben noch vier davon unter unserem Dach – zwei davon schlafen sogar netterweise bei uns im großen Familienbett: vier Bettdecken kreuz und quer, haufenweise kleine und große Kissen, Schaffelle, Schnuffeltücher, Stofftiere, dazwischen immer wieder Uno-Karten, morgens das Mühle-Spiel, rund herum Bücher, dazu die Krümel vom Frühstück im Bett und überall einzelne Strümpfe. Ein Kind schnarcht nachts, das andere liegt am liebsten quer im Bett. Manchmal bekomme ich im Schlaf einen Ellbogen ins Gesicht, meistens sind`s aber warme Kinderfüße am Bauch oder an den Beinen, die Nähe suchen. Den ersten Augenblick morgens vom Kind neben mir mag ich besonders gerne. So schön das alles! Wie sehr ich das gerade genieße. Ohne meine Kinder wären die Tage momentan bestimmt furchtbar. Und wie es wohl ohne unsere beiden Jüngsten wäre…?! Diese zwei lebensfrohen Michels mit all ihren Flausen im Kopf (die mich natürlich auch manchmal zum Verzweifeln bringen). Sie genießen diese „geschenkte“ Extrazeit zu Hause gerade ganz besonders, trotz Windpocken…

Seit Tagen gleicht unser Wohnzimmer einer immer größer werdenden Baustelle (der ganze Fuhrpark aus dem Kinderzimmer steht nun unten, dazu die Holzeisenbahn usw.). Selbst mein großes Backbrett haben die Buben mit in ihre Spielwelt eingebaut. Wenn der Holzlaster rückwärts fährt, ertönt der Wecker (was für ein genialer Einfall). Ich bin ziemlich froh, dass wir sechs momentan rund um die Uhr „aufeinander hocken“.
Wir alle können momentan ja kaum mehr tun als einfach nur zu Hause zu bleiben, um andere zu schützen. Ich versuche meine Sorgen mit Schönem zu verdrängen. Oder ganz einfach mit Alltag. Und so ist es vielleicht doch keine so schlechte Idee, hier im Blog genau darüber zu schreiben. Oder?

Von selbst gemachten Samenpapier zum Beispiel, von der Idee, eine Wildbienen-Nisthilfe zu machen, vom morgendlichen Glück, ein kleines Mäuschen vor den Katzen gerettet zu haben…

…oder eben ab und zu auch von unseren Bienen:

Im Mai beginnt bei den Honigbienen die Schwarmzeit (heutzutage auch mal früher) – das bedeutet, dass sich ein Bienenvolk teilt (das tut es aber nicht unbedingt in jedem Jahr – dafür aber wiederum manchmal sogar mehrmals hintereinander). Ungefähr die Hälfte des Bienenvolks zieht mit seiner Königin aus, um sich eine neue Behausung zu suchen, das im Bienenstock verbliebene Volk zieht sich in einer Weiselzelle eine neue Königin (eine Jungkönigin) heran. Der ausgezogene Schwarm lässt sich meist erst mal in der näheren Umgebung als Schwarmtraube in einem Baum nieder – das ist die Gelegenheit für einen Imker, den Schwarm einzufangen, um ihm ein neues Zuhause zu geben (in der Natur wären die Bienen heutzutage mangels natürlicher Baumhöhlen o.ä. leider größtenteils verloren). Dieses unglaublich faszinierend schöne und ausgesprochen wundersame Ereignis ist sozusagen die Geburt eines neuen Bienenvolks (ich habe es voriges Jahr zum allerersten Mal erlebt und bekomme allein beim Gedanken an dieses unvergessliche Ereignis augenblicklich wieder eine ordentliche Gänsehaut).
Das Schwärmen ist die von Natur aus einzige vorgesehene Methode der Geburt neuer Bienenvölker (in der Regel versuchen konventionelle Imker aber genau das zu verhindern – die Menschen haben sich ganz andere Vermehrungsmethoden ausgedacht).
Meinen ersten Bienenschwarm habe ich letztes Frühjahr von einem Imker aus dem Odenwald bekommen, der seine Bienen immer schwärmen lässt)  Seit einigen Wochen bereiten wir ein weiteres Bienenhaus für ein zweites Volk vor und hoffen sehr, dass uns das Glück nochmal hold ist und wir auch in diesem Frühjahr wieder einen Bienenschwarm bekommen (vielleicht sogar von unseren eigenen Bienchen).
Unser erstes Volk heißt  Salomé und lebt in einer sogenannten Bienenkiste, das nächste soll in eine Mellifera-Einraumbeute ziehen. Letzte Woche haben unsere beiden bunt bemützten Buben die neue Beute mit bienenfreundlicher Holzlasur und Kräuterfirnis in einen warmen Sonnenton getaucht:

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Den weichen Farbverlauf habe ich einen Tag später aufgetragen – genau so habe ich es mir erträumt!

Mellifera Einraumbeute, wesensgemäße Bienenhaltung Mellifera Einraumbeute, wesensgemäße Bienenhaltung

Und gestern war noch das i-Tüpfelchen an der Reihe:

Mellifera Einraumbeute, wesensgemäße Bienenhaltung

Unser zweites Volk soll Alma heißen (der Name ist mir gestern direkt aus dem Herzen gehopst) – damit die Bienen also Bescheid wissen, wo sie hoffentlich bald reinspazieren sollen, steht`s jetzt in Schönschrift über dem Eingang geschrieben

Mellifera Einraumbeute, wesensgemäße Bienenhaltung

Bleibt gesund,

Michèle ♥

Profilbild, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg

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