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Weihnachtslieblichkleinigkeit

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Am Freitag fiel mir brühwarm ein, dass am Nachmittag der letzte Geigenunterricht von Kind 5 vor den Weihnachtsferien war und wir noch kein Geschenk für die unglaublich liebe Geigenlehrerin vorbereitet hatten – Weihnachten kommt einfach immer so plötzlich… Da stand ich nun also mit leeren Händen. Was für ein Glück, dass zwar (erst einmal) die Hände leer waren, nicht aber meine Kisten und Kästen und Schubladen und Köfferchen (und auch mein Kopf nicht).
Während meinem Gefühl nach die halbe Welt konmarisch Schränke, Schubladen, Regale, Kinderzimmer, Keller und Garagen (oder gar das ganze Leben) aufräumt und entrümpelt, sammle ich eifrig Walnussschalen, Eichelhütchen, Tannenzapfen, Schneckenhäuser und horte leere Marmeladengläser, Stoffschnipsel, Garnspulen, Kerzenstummel, Reste von Paketschnüren, Knöpfe, Bänder, Pusteblumenschirmchen, Weidenkätzchen und noch viel mehr und freue mir an all diesen Sachen ein Loch in den Bauch, weil ich nämlich ganz genau weiß: das kann ich auf jeden Fall IRGENDWANNMAL brauchen (leider denkt mein Mann bei all den im Keller verstauten Sachen ganz genauso).
Soll ich mal verraten, dass ich vor ein paar Monaten ganz hoffnungsvoll auch so einen Konmari-Aufräum-Ratgeber kaufte? Habe ich und ich las darin, dass man sich von Dingen trennen soll, die einen nicht glücklich machen (weiter kam ich allerdings nicht mehr mit dem Lesen im Buch) und genau da beginnt wohl mein „Problem“: mich macht so viel glücklich (nämlich viele, viele Walnussschalen, Eichelhütchen, Tannenzapfen, Schneckenhäuser, Marmeladengläser, Stoffschnipsel, Garnspulen, Kerzenstummel, Knöpfe, Bänder, Pusteblumenschirmchen, Weidenkätzchen und tausend andere Sachen mehr – alte Nähkästchen beispielsweise, in denen sich ganz viele Kleinigkeiten in ganz kleinen Fächern aufbewahren lassen). Und doch wächst mir manchmal unser ganzes Sammelsurium im Haus (und in mir drinnen, denn da sieht es ja kaum anders aus) wirklich, wirklich über den Kopf (im wahrsten Sinne des Wortes) – dann wünsche ich mir etwas weniger Zeug und dafür mehr Raum und noch viel mehr Ordnung. Ach. Am besten einfach ein neues Haus, da könnte man einfach nochmal ganz von vorne beginnen.
Die vielen Bilder auf Instagram mit den aufgeräumten minimalistisch eingerichteten Wohnungen lassen mich ganz schön oft ganz schön tief seufzen und manchmal bekomme ich richtig, richtig schlechte Laune.
Lange Rede, kurzer Sinn: Aaaaber dann, dann kommt er, DER Tag, an dem ich vor Freude an die Decke hopsen könnte, weil ich auf den letzten Drücker aus dem (scheinbaren) Nichts in Windeseile eine Weihnachtslieblichkleinigkeit zaubern kann, weil wir nämlich allesalles im Haus haben – in meinen Kisten und Schubladen und Köfferchen UND in meinem Kopf! Zeit, um etwas zu besorgen, war am Freitag nämlich absolut keine mehr.

Und so sah unsere spontane Weihnachtslieblichkleinigkeit aus:
In meiner Imkerkiste hatte ich noch Stücke von Mittelwänden (unsere Bienen bauen ihre Waben nämlich im Gegensatz zur konventionellen Imkerei selbst, deshalb brauchte ich beim Einrichten der Beute nur schmale Mittelwand-Anfangsstreifen als Ansatz für ihren eigenen Naturwabenbau, so hatte ich reichlich Wabenstücke übrig) – gleich nach dem Mittagessen rollte mein kleiner Geiger eine Bienenwachskerze für seine Musiklehrerin, glücklicherweise hatte ich sogar Kerzendochte parat (und das in verschiedenen Stärken)

Bienenwachs Kerze rollenBienenwachs Kerze rollenBienenwachs Kerze rollen

Aus Mittelwand-Reststücken entstanden außerdem Bienenwachs-Sternchen

Bienenwachs-Ausstecherle Bienenwachs-Ausstecherle

Eins davon banden wir an einem Band an einen der Glückspilz-Spieße, die ich im Herbst aus Hasel- und Apfelzweigen schnitzte. Eine Sternschnuppe klebten wir an`s Weckglas (werden die Bienenwachs-Ausstecherle etwas in den Händen erwärmt, haften sie prima)

Bienenwachs-Ausstecherle, Bienenwachs-Kerzen rollen, Last-Minute-Weihnachtsgeschenk

Und das hier ist ein Instagram-Inspirations-Fundstückchen (ich glaube, ich entdeckte es bei Miriam von *Petits & Grands): ein Weckglas mit reichlich Zündhölzchen gefüllt und zum späteren Anzünden wird die Reibefläche aus der Streichholzschachtel geschnitten und unten an den Glasboden geklebt – fertig ist das dekorative Zündholz-Vorratsglas, das in unserem Fall zugleich Behältnis für allerlei andere Nettigkeiten diente…

Bienenwachs-Ausstecherle, Bienenwachs-Kerzen rollen, Last-Minute-Weihnachtsgeschenk

…für diese süßen Büroklämmerchen z.B. – die ich irgendwann mal im Frühling beim Einkaufen entdeckte und einfach mitnehmen MUSSTE (ich glaube im Blumenladen, da gibt`s immer richtig schönen Kleinkram an der Kasse). Seitdem lagen die Klämmerchen (beinahe schon vergessen) neben allerhand Schnickschnack in meinem Stoffregal (das zugleich die Ablagestelle für Sachen ist, für die ich nicht auf Anhieb einen passenderen Ort finde – in der Küche gibt`s leider noch so einen Platz). Im selben Fach steht auch ein winziges Körbchen, gefüllt mit Leinen-Schnipselchen (man sieht: selbst die sind für etwas nützlich) und so fand letzten Freitag beides zueinander – Violinenschlüsselchen & Leinenschnipsel.

Bienenwachs-Ausstecherle, Bienenwachs-Kerzen rollen, Last-Minute-Weihnachtsgeschenk

Als ich morgens das Bienenwachs aus der Kiste holte (übrigens gute demeter-Qualität – eigentlich viel zu schade für Kerzen), kam mir unser selbst gemachter Hustelottchen-Balsam in den Sinn, den ich immer wieder auch gerne verschenke – perfekt zu dieser Jahreszeit. Ich hatte zum Glück alle Zutaten vorrätig (samt den Mini-Gläschen mit den süßen gepünktelten Deckeln von *dm, die wunderbar zum Glückspilz passten) und rührte einige Gläschen Hustenbalsam (unten notiere ich noch einmal mein Rezept).
Im Inneren der Banderole (kurzerhand aus Packpapier gemacht) sind übrigens alle Zutaten aufgelistet!

selbst gemachtes Hustenbalsam, Rezept Hustenbalsam selbst gemachtes Hustenbalsam, Rezept Hustenbalsam

Zu der handgerollten Kerze legten wir noch ein paar weitere Bienenwachskerzen, die ich kürzlich beim örtlichen Bioland-Imker kaufte, außerdem zwei Beutelchen Bratapfel-Tee von *Sonnentor. Der hübsche Tannenbaum-Anhänger ist von *Daniela Drescher, bzw. vom *Grätz-Verlag.

selbst gemachtes Hustenbalsam, Rezept Hustenbalsam

So ein liebevoll gepacktes Gemischtwarenweihnachtsglas ist doch nicht nur richtig nett anzusehen, es ist dazu auch ganz und gar praktisch, denn man kann alles gebrauchen, was drin steckt (der Glückspilz wird vielleicht in einen Blumentopf gesteckt, die Bienenwachssternchen womöglich an den Weihnachtsbaum gehängt, der Tee bestimmt getrunken, der Tannenbaum-Anhänger demnächst vielleicht einfach wieder verwendet,…).

selbst gemachtes Hustenbalsam, Rezept Hustenbalsam


Hier noch einmal mein persönliches Rezept für Hustelottchen – (m)ein mildes und feines Erkältungsbalsam/Hustenbalsam:

Diese Menge füllt ca. 4 Tiegel á 30 ml Inhalt

      • 100 ml natives Basisöl (z.B. Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl)
      • für ein festeres Balsam ca. 20 g Bienenwachs, für ein weicheres ca. 10-15 g (am besten vom vom Bio-Imker des Vertrauens)
      • Mischung äthersicher Öle (ich verwende ausschließlich naturreine ätherische Öle (z.B. von Primavera oder Neumond), die es teilweise auch in Bioqualität gibt
        → insgesamt ca. 20-25 Tropfen auf die 100 ml Gesamt-Öl-Wachs-Menge, z.B.
        5-8 Tropfen Thymian Linalool (eine milde Thymiansorte)
        5-8 Tropfen Myrte
        3-4 Tropfen Lavendelöl
        Und ganz nach Belieben dazu noch wahlweise
        1-2 Tropfen ätherisches Öl von Zirbe, Weißtanne und Rose

Zuerst das Bienenwachs im Wasserbad schmelzen. Ist das Bienenwachs flüssig, wird das gewünschte Basisöl zugegeben und noch einmal gemeinsam erwärmt, denn durch das Zugeben der etwas kühleren Öle, erhärtet sich das Bienenwachs wieder etwas. Erwärme also die Wachs-Öl-Mischung noch einmal kurz im Wasserbad und rühre (z.B. mit einem Holzstäbchen) so lange, bis das Bienenwachs wieder ganz flüssig ist und sich alle Zutaten homogen miteinander vermengt haben (die Mischung wird nun wieder klar, zuvor war sie evtl. etwas flockig). Nimm die fertige Mischung aus dem Wasserbad, bzw. vom Herd und tropfe die ätherischen Öle unter erneutem Rühren in das noch flüssige Öl-Wachs-Gemisch (ätherische Öle sind schnell flüchtig, vor allem unter Hitze, deshalb bitte zügig arbeiten). Gieße die fertige Mischung sogleich in sehr saubere, trockene Tiegel und verschließe diese. Während des Abkühlens festigt das Bienenwachs das Öl, so entsteht ein samtig-weiches Balsam. Die Tiegel sollten nicht zu groß sein, damit das Balsam möglichst bald aufgebraucht wird. Wegen der Haltbarkeit rühre ich lieber öfters mal frisches Balsam an, als allzu viel Vorrat anlegen.
Das Erkältungsbalsam möglichst kühl aufbewahren und vor dem Auftragen durch Verreiben in den Handflächen etwas erwärmen. Die Haltbarkeit des fertigen Balsams richtet sich nach den Angaben zur Haltbarkeit der verwendeten Zutaten, insbesondere der kaltgepressten Basisöle. Das Hustenbalsam ist also max. so lange haltbar wie das Öl mit der kürzesten Haltbarkeitsdauer.

Beim Einsatz von Bienenwachs bitte keinerlei Kerzenreste o.ä. verwenden, Kerzenwachs eignet sich nicht für die Hautpflege! Für die Kosmetikherstellung empfehle ich Bio-Bienenwachs vom Imker (z.B. Jungfernwachs).

Bei den ätherischen Ölen variiere ich immer auch etwas, je nachdem, was ich im Kühlschrank habe (hier lagere ich sämtliche ätherischen Öle) und auch meiner Nase lang.

Die reinen ätherischen Öle (bitte keinesfalls Duftöle verwenden) sollten z.B. wärmend, schleimlösend, beruhigend und entkrampfend sein.
Für ein Erkältungsbalsam/Hustenbalsam eignen sich u.a. diese ätherischen Öle:

♥Benzoe Siam (eins meiner Lieblingsöle, es ist ein so herrlich balsamischer, weicher, umhüllender und streichelnder Duft),
♥echte Melisse
♥Rosenöl
♥echtes Lavendelöl (Lavandula angustifolia)
♥Ravinstara
♥Majoran
♥Angelikawurzel
♥Weißtanne
♥Cajeput
♥Zirbenkiefer

Wenn ihr z.B. bei *Primavera die Namen der äth. Öle in die Suchmaske eingebt, erhaltet ihr zu jedem Öl ausführlichere Infos. Vielleicht habt ihr auch einen Laden in eurer Nähe, der ätherische Öle im Sortiment hat. Ich schnuppere gerne an den Fläschchen, um zu entscheiden, was mir beliebt.

Hinweis:
Diese Anleitung ist ohne Gewähr und auf eigene Verantwortung anzuwenden – eine Haftung für evtl. gesundheitliche Schäden kann ich nicht übernehmen!

Wer mein Erkältungsbalsam selber anrühren und anwenden möchte, muss vorab eigenverantwortlich prüfen, ob die von mir angegebenen Zutaten individuell vertragen werden oder ob evtl. Allergien bestehen! Die o.a. Menge an ätherischen Ölen verwende und empfehle ich persönlich nur für ältere Kinder und Erwachsene (seit Jahren jedoch ohne Probleme)! Sensible Menschen, bzw. Menschen mit Erkrankungen, Allergien, während einer Schwangerschaft usw. bitte vorab mit einem Arzt/einer Ärztin, Hebamme, Aromatherapeut*in o.ä. abklären, ob und welche ätherischen Öle eingesetzt werden dürfen! 
Bitte seid bei der Anwendung von ätherischen Ölen bei Babys und Säuglingen grundsätzlich immer sehr, sehr vorsichtig!!! Falls bei so kleinen und sehr empfindsamen Menschlein überhaupt ätherische Öle verwendet werden sollen, dann bitte nur sehr, sehr sparsam und ganz, ganz sorgsam ausgewählt und nur in Absprache mit dem Kinderarzt/der Kinderärztin (oder Hebamme)!

Wenn ich mein selbst gemachtes Erkältungsbalsam an Familienangehörige oder Freunde verschenke, notiere ich übrigens immer ALLE verwendeten Zutaten.

Lese-Empfehlung zum Thema: „Mit ätherischen Ölen leben, gebären, sterben“ von *Ingeborg Stadelmann.
Dieses Buch kaufte ich mir vor langer Zeit, als ich einmal bei Ingeborg Stadelmann in Kempten in ihrem Geburtshaus *Erdenlicht war (ich glaube, inzwischen ist sie dort gar nicht mehr tätig)


selbst gemachtes Hustenbalsam, Rezept Hustenbalsam

Unsere Geigenlehrerin freute sich übrigens sehr über unser kleines Weihnachtsmitgebsel und als ich ihr noch etwas außer Atem erzählte, wie mir erst am Morgen einfiel, dass an diesem Tag ja der letzte Geigenunterricht vor den Weihnachtsferien sei, da meinte sie nur  „Neeein, nächste Woche ist doch auch noch Geigenunterricht…“ (unsere Waldorfschule hat wohl bereits einen Tag vor den örtlichen Schulen Ferien, an denen sich Musikschule orientiert sich an den örtlichen Schulen.

Trotzdem ein Hoch trotzdem auf unser Sammelsurium und auf das kreative Chaos im Haus und im Kopf! Japanischer Minimalismus ist schön und gut, aber Japan ist halt wirklich weit weg…. (so in der Art schrieb mir jemand in einer Nachricht auf meine Instagram-Story hin neulich)

Herzliche Grüße am dritten Advent,

Michèle ♥

*Dieser Blogbeitrag enthält Verknüpfungen (dunkel hervor gehobene Textstellen). Erwähnungen, persönliche Empfehlungen & Verknüpfungen in diesem Blogbeitrag sind freiwillig und beinhalten weder beauftragte noch honorierte Werbung!