In DIY/ Familie & Waldorf

Rechenstern

Wir freuen uns in diesen wundervollen Oktobertagen so sehr am schon etwas zerherbstelten Sträußchen Rainfarn, das wir vor ein paar Tagen auf dem Heimweg von der Schule pflückten – eigentlich war der große gelbe Bund, den ich da im Arm hielt, zum Trocknen für unseren „Bienentabak“ gedacht, die schönsten Stängel stecken nun aber noch für ein paar Tage zwischen Kastanien und Windlicht auf unserem Esstisch, wo sie nun so herrlich mit der Oktobersonne, deren Licht an schönen Tagen meist genau zur Hausaufgabenzeit auf den Tisch fällt, leuchten.

Gestern hatten meine Buben endlich mal wieder richtig viel Spaß an den Hausaufgaben (das ist leider nicht immer so….). Eine der gestrigen Aufgaben war, das kleine und große Einmaleins zu wiederholen und zu einigen Malreihen (auf dem unteren Bild die 11er- und 12er-Reihe) die jeweils passende Form auf einen großen Bogen Papier zu zeichnen.

Vor ziemlich genau drei Jahren machten wir (wie schon vor beinahe 20 Jahren mit unserem damaligen ersten Schulkind) zusammen mit den Kindern sogenannte Rechensterne – mit einem Rechenstern können Kinder in spielerischer Weise das Einmaleins üben und vertiefen. Auch jetzt holen die Kinder ihre Rechensterne noch ab und zu hervor. In der zweiten und dritten Klasse übten wir mit dem Rechenstern das kleine Einmaleins, aber auch für`s große ist kann man ihn noch prima gebrauchen.Rechenstern, WaldorfschuleRechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule Rechenstern, Waldorfschule

Und so einfach könnt ihr einen Rechenstern zum Üben der Einmaleins-Reihen selber machen:

Ihr braucht

  • eine trockene runde Holzscheibe (ein quadratisches Holzbrett geht auch, man ordnet die Zahlen und Nägel dann aber dennoch in einem Kreis an)
  • 10 Nägel mit großem Köpfchen (ich besorgte Kupfernägel, weil ich die so schön finde)
  • Wollgarn oder Schnur (nötige Länge bitte direkt beim Fädeln der Malreihen ausprobieren)
  • Holzperle
  • Buntstifte für die Zahlen
  • Zirkel & Geodreieck
  • Hammer

Ein Rechenstern lässt sich wunderbar zusammen mit Kindern machen – so geht`s:
Teilt zunächst den Rand der Holzscheibe (diese sollte wirklich gut abgelagert sein, sonst kann das Holz reißen)  in 10 gleichmäßige Teile auf (unten habe ich kurz beschrieben, wie man sich eine Schablone für diese Einteilung machen kann*) und beschriftet die Markierungen mit etwas Abstand vom Rand reihum von 0 bis 9 (ähnlich wie die Minutenzeichen bei einer Uhr) – beginnt oben in der Mitte mit der Null und schreibt im Uhrzeigersinn weiter, bis ihr bei der 9 angelangt seid. Nun können die Kupfernägel vorsichtig mit einem Hammer über den Ziffern direkt an den Markierungen an den Rand der Scheibe in das Holz geklopft werden. Knotet das Garn am Nagel mit der Ziffer Null fest und bindet an das Garnende eine hübsche Holzkugel (sie wird nicht zwingend benötigt, ich finde es aber so schöner). Nun kann`s schon los gehen mit dem Fädeln der Einmaleinsformen:
Während man die jeweilige Malreihe aufsagt, wird gleichzeitig der Faden jeweils um den Nagel mit der entsprechenden die Ziffer gelegt, die sich an der Einerstelle befindet (den Faden nicht um den Nagel wickeln, sondern einfach nur umlegen und weiter zum nächsten Nagel führen). Dabei entstehen wunderschöne Formen (u.a. ein Pentagon und viele schöne Sterne), aber nur, wenn man die Malreihe auch richtig aufsagt!

Beispiele: Da der Faden an der 0 angeknotet ist, beginnt auch hier jede Malreihen-Runde!

3er-Reihe (siehe Fotos in diesem Blogbeitrag):  Der Faden wird von der 0 zur 3, weiter zur 6, dann zur 9, (1)2, (1)5, (1)8, (2)1, (2)4, (2)7 und schließlich zur 0 geführt

7er-Reihe: Der Faden wird von der 0 zur 7, weiter zur (1)4, dann zur (2)1, (2)8, (3)5, (4)2, (4)9, (5)6, (6)3 und schließlich zur 0 geführt

8er-Reihe: 8, 6, 4, 2, 0, 8, 6, 4, 2, 0

usw.

*Schablone für den Kreis: Zeichne mit dem Zirkel einen Kreis in der gewünschten Größe (entsprechend der Holzscheibe) auf ein Papier und markiere den Mittelpunkt mit einem Kreuzchen. Markiere nun einen beliebigen Punkt auf dem Kreisrand und verbinde diesen mit einem Lineal mit dem Mittelpunkt. Teile nun 360 Grad durch 10 (= 36), zeichne diese 36 Grad auf dem Rand des Kreises mit dem Geodreieck an und verbinde diesen Punkt wieder mit dem Mittelpunkt, markiere auf dieselbe Weise die nächste Stelle usw. bis es 10 Segmente sind

Goldene Oktobergrüße,

Michèle ♥