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Elfenglöckchen

*Werbung (unbezahlt)

Habt ihr auch schon ein bisschen Frühlingssehnsucht? Dann kann ich euch vielleicht mit meinem gefilztes Elfenglöckchen samt zarten kling-klang eine Freude und womöglich Lust auf`s Filzen machen.
Elfenglöckchen, das waren früher zu unseren Waldorfkindergartenzeiten meine Lieblingsmitbringsel aus meiner Werkstatt für den Frühlingsbazar (manche von euch werden sich vielleicht noch erinnern – zumindest diejenigen, die mich nun schon seit so vielen Jahren begleiten). Auch wenn wir längst keine Kindergartenkinder mehr haben, frische Elfenglöckchen blühen hier auch heute noch, jetzt zu Jahresbeginn im Januar & Februar am liebsten welche im Schneeglöckchenröckchen. Bei uns ums Haus herum blühen sie schon, die Schneeglöckchen. Sie läuten nicht nur gaaaaanz leise den Frühling herbei,  sie kündigen wie jedes Jahr auch den Geburtstag unserer Zwillingsbuben an. Bevor unsere Nesthäkchen geboren wurden und ich einige Wochen brütend in der Filderklinik lag, strickte ich meinen beiden Bauchbewohnern winzig kleine Schneeglöckchenmützchen. Und natürlich stehen seitdem an jedem Geburtstagsmorgen Schneeglöckchen aus dem Garten und auch ein schneeglückliches Elfenglöckchen auf dem geschmückten Geburtstagstisch.
Elfenglöckchen mag ich auch gerne an einen Zweig gebunden oder an den Schrankknauf geknotet, auf der Fensterbank, als Schlüsselanhänger,….
Vor allem sind sie natürlich ganz zauberhaft auf dem Jahreszeitentisch anzusehen!

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Gefilztes Elfenglöckchen

Für ein Elfenglöckchen (im Schneeglöckchenröckchen) braucht man:

  • eine Handvoll naturweißes Wollvlies (die relativ kurzen Wollfasern liegen beim Vlies kreuz und quer, das als Ganzes betrachtet an eine kuschelige Decke oder einen Teppich erinnert)
  • etwas grünes Kardenband (Beim Kardenband sind die Wollfasern alle in eine Richtung gelegt, so entsteht eine Art Band, aus dem man einzelne Strähnen heraus lösen kann)
  • Schmierseife oder geraspelte Olivenseife (früher verwendete ich immer Olivenölseife, da ich aber ohnehin Schmierseife von Sonett immer im Haus habe, versuchte ich es vor längerer Zeit mal damit und es klappte prima)
  • heißes Wasser (verbrühen sollte man sich natürlich nicht)
  • Schüssel (oder das kleine Spülbecken in der Küche, was ich praktisch finde, da ich meist direkt auf dem Spültisch filze)
  • kleines Frotteetuch (bei dm gibt es seit Kurzem Spüllappen aus Baumwolle, die finde ich hierfür prima)
  • Kunststoff-Osterei
  • kleines Glöckchen oder Schelle
  • evtl. Perlen …

Man kann natürlich auch andersfarbige Elfenglöckchen filzen (zeige ich bei Gelegenheit), dann wählt man statt dem weißen Wollvlies einfach eine andere Farbe. Ganz unten schreibe ich noch etwas Wichtiges zu Filzwolle, bzw. Wolle allgemein!

 

Und so geht`s:

Fülle ca. 1 l möglichst heißes Wasser in eine Schüssel, gib ca. 1 Esslöffel Schmierseife (oder einen Löffel voll Seifenraspel) dazu, rühre gut, bis sich die Seife im Wasser löst.

Ziehe einen ca. fingerdicken Strang aus dem grünen Kardenband heraus (Länge ganz nach Wunsch ca. 10-20 cm), halte ein Ende einige Zentimeter von der Spitze entfernt fest, tauche den längeren Teil in die heiße Seifenlauge und wieder heraus,  drücke dabei mit den Fingern das Wasser aus der Wolle, indem du mit Druck entlang des Wollstrangs nach unten streichst. Tauche den Strang abermals in die Lauge, wieder heraus, Wasser ausstreichen, Vorgang einige Male wiederholen. Achte unbedingt darauf, dass der obere Zipfel dabei trocken bleibt! Lege den nassen Strang auf das Frotteetuch und rolle ihn hin und her, tauche zwischendurch immer wieder in die Lauge und halte den oberen Zipfel dabei stets trocken (ich halte ihn immer etwas geschützt in der linken Hand, während die rechte streicht und rollt).

Nach und nach wird der Strang immer fester. Du kannst den Stängel auch kräftig zwischen den Handflächen rollen – Hauptsache das eine Ende bleibt trocken.
Lege den Stängel dann erst einmal wieder zur Seite – nun ist das wolkenweiche Vlies an der Reihe

Zupfe vier etwa fingerdicke Streifen aus dem Vlies (Bild unten). Die Länge sollte ungefähr so bemessen sein, dass die Wollstreifen beidseitig längs um das Ei reichen

Lege die Streifen zunächst (wie auf dem unteren Bild zu sehen) kreuzweise übereinander…

…dann sternförmig. Durch die übereinander liegenden feinen Wollschichten wird die Blüte blickdicht, stabil und auch standfest. 

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Setze das Kunststoffei mittig auf den Wollstern und stülpe die Wolle mit der Hand stramm darüber (die Enden sind zur Ei-Spitze gerichtet)…

…und tauche das wollummantelte Ei kurz in die warme Seifenlauge (sollte die Lauge bereits abgekühlt sein, bitte heißes Wasser nachgießen – aber immer schön Obacht, ja?!)

Lege das nasse Ei nun auf das Frotteetuch. Waren die Wollstreifen etwas länger, bzw. wurden sie es nach dem Eintauchen ins Wasser, laufen die Enden unterhalb des Eis evtl. spitz zu. Das macht überhaupt nichts, die Wolle muss an dieser Stelle nicht anliegen. Die Spitze wird nämlich später ohnehin abgeschnitten

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Nimm nun den grünen Stängel wieder zur Hand und puste das trockene Ende etwas auseinander

Lege den trockenen Flaum mittig auf das Wollei, befeuchte erst dann deine Hände und „klebe“ den grünen Flaum mit der warmen Lauge an das stumpfe Eiende. Streiche die grünen Fasern glatt an die weiße Fläche. Wären die grünen Flusen bereits auch feucht, würden sie sich kaum noch an die (feuchte) Blüte filzen lassen. 
Verbinde die beiden Wollschichten miteinander, indem du anfangs ganz sachte mit deinen Fingern darüber streichst (evtl. hierzu etwas Schmierseife auf die Finger tropfen), erhöhe den Druck nach und nach. Tauche das Ei hin und wieder ins warme Wasser, halte es jedoch gut von deiner Hand umschlossen, sodass sich der noch nicht fixierte Stängel nicht lösen kann.
Stängel und Blüte lassen sich an dieser Stelle auch gut miteinander verbinden, indem man das Ei beispielsweise in die Hand legt, den Stängel zwischen Zeige- und Mittelfinger herabhängen lässt und das Ei auf der Handfläche sachte kreisend reib, während der Stängelansatz zugleich automatisch zwischen den Fingern reibt. Anfangs bitte nur vorsichtig kreisen und reiben, nach und nach immer fester, zwischendurch immer wieder in die warme Lauge tauchen (ggf. ab und zu etwas Schmierseife auf die Handflächen geben – man muss erst einmal ein Gespür dafür bekommen, wie viel Seife nötig ist). Auf diese Weise auch den übrigen Teil der Blüte filzen, anfangs sachte, nach und nach mit mehr Druck. Man spürt, wie sich die Wolle zunehmend festigt.

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Rolle und streichle so lange, bis du das Gefühl hast, die Wollschicht ist stabil, glatt und fest. Sobald die Wollfasern gut miteinander verbunden sind, kann die komplette Blüte in das Frotteetuch gewickelt, immer wieder in die Lauge getaucht und hin und her gerollt werden. Das Frotteetuch unterstützt und beschleunigt mit seiner rauen Oberfläche den Filzprozess.

Ist die Wolle stabil, wird an der spitzen Seite des Eis (oder Eies???) etwas von der Wolle abgeschnitten, sodass das Kunststoffei gerade so herausgedrückt werden kann (mit einer spitzen Schere klappt das gut). Lege die Blüte platt auf deine Unterlage und schneide die untere Kuppe so ab, sodass eine hübsche Glockenform entsteht (nicht zu kurz, denn durch das weitere Filzen verkürzt sich die Form von selbst noch ein klein wenig).

Schiebe das Kunststoffei zurück in die Blüte, tauche das Ganze wieder in die warme Lauge (ist sie noch warm genug? Sonst erneut heißes Wasser zugießen), streiche die Wolle glatt um das Ei und filze weiter wie oben beschrieben (mit den Handflächen und auch durch Rollen im Frotteetuch). Schenke dabei vor allem dem unteren Blütenrand etwas Aufmerksamkeit (mit den Fingerspitzen), sodass die Schnittfläche wieder etwas geglättet wird (nach dem Schneiden soll sich die Schnittkante wieder etwas schließen).

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Sieht alles gut aus, wird die lauge mit fließendem kalten Wasser aus der Wolle heraus gespült (Blüte und Stängel). Lege die Blüte sodann samt Ei zum Trocknen auf ein Handtuch (ggf. über Nacht auf die Heizung). Ist die Blüte trocken, kannst du das Ei heraus nehmen (die Blüte behält nun hübsche die Glockenform). Ich knote den Stängel ganz gerne direkt am Ansatz, es sieht dann ein bisschen aus wie ein Blütenkelch. Wenn du magst, kannst du auch kleine (hier grüne) Glasperlen am unteren Blütenrand entlang aufnähen.

Das Glöckchen wird einfach mit einigen Stichen in die Blüte genäht

Und schon kann das Elfenglöckchen mit den Schneeglöckchen aus dem Garten zusammen klingelingelingeln. Dieses Elfenglöckchen hier mit den kleinen Glasperlen am Rand ist übrigens schon viele, viele Jahre alt.


(die beiden Schneeglöckchenblumenbabys oben auf dem Bild sind von Iris (Rosenrot Blumenkinder) – obwohl ich immer mal wieder selbst Blumenkinder für den Jahreszeitentisch gestalte, darf ab und zu eines aus der Rosenrot-Werkstatt bei uns einziehen, weil ich sie einfach so wunderschön finde ♥

*Ein Anliegen zur Wolle, bzw. ein Hinweis zum Kauf von Filzwolle:  Ich kaufe meine Filzwolle seit Jahren meist bei Wollknoll – es gibt jedoch noch etliche andere Quellen. Vor allem aber gibt es ganz unterschiedliche Wollqualitäten, nicht jede eignet sich jedoch zum Filzen. Elfenglöckchen sind zart und filigran, deshalb sehen am schönsten aus, wenn sie aus möglichst feiner Wolle wie z.B. Merinowolle gefilzt werden (ich verwende z.B. gerne DIESE hier). Allerdings kann gerade Merinowolle eine heikle Angelegenheit sein, weswegen ich beim Kauf von Merinowolle unbedingt jedem ans Herz legen möchte darauf zu achten, dass die Wolle mulesingfrei ist (nicht nur bei Filzwolle, das gilt natürlich ganz genauso bei Strickgarnen, Wollstoffen usw.)! Wer nicht weiß, was Mulesing bedeutet, kann sich z.B. HIER bei Hess Natur informieren oder sich bei Wikipedia belesen (aber hütet euch, es ist ziemlich grausam, das zu lesen, leider ganz, ganz schlimm und kaum auszuhalten).
Zum Glück gibt es Alternativen: ich persönlich frage vor dem Kauf direkt nach und lasse mir z.B. bestätigen, dass die Wolle wirklich aus mulesingfreier Tierhaltung stammt. Manchmal steht der Hinweis auch bereits in der Materialbeschreibung (in Deutschland und Südafrika ist das Mulesing z.B. verboten, in Neuseeland inzwischen ebenso – in Australien dagegen bisher leider nicht).

Übrigens habe ich noch eine andere Variante der Elfenglöckchen parat (gestalte ich meist in der Weihnachtszeit) – die zeige ich euch ein anderes Mal!

Viel Freude beim Schneeglöckeln,

Michèle ♥

*Dieser Blogbeitrag enthält Verknüpfungen (dunkel hervor gehobene Textstellen). Erwähnungen, persönliche Empfehlungen & Verknüpfungen in diesem Blogbeitrag sind freiwillig und beinhalten weder beauftragte noch honorierte Werbung!