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natürlich färben mit Johanniskraut

 

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Endlich habe ich wieder einmal meinen großen Färbetopf hervor geholt. Schon vor Wochen habe ich mir vorgenommen, während der Johannizeit zu färben. Beim Spaziergang am Samstag (Sommersonnenwende) haben wir ein Bündel Johanniskraut mit nach Hause gebracht.

Die Stängel samt Blüten (und einigen Wurzeln) habe ich grob zerschnitten und über Nacht in Regenwasser gelegt

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Am Sonntag habe ich das Ganze erhitzt (bis knapp vor den Siedepunkt) und wieder abkühlen lassen. Weil ich immer neugierig bin und sehen möchte, ob und wie sich die Farbe im Laufe der Zeit verändert (meist tut sie das nämlich), lege ich oft schon zu diesem Zeitpunkt probeweise etwas Wolle oder ein Leinenstückchen mit in den Topf….

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Johanniskrautöl (das möchte ich unbedingt auch noch ansetzen) wird auch Rotöl genannt. Woher der Name stammt, erahnt man schon am Färbesud, bzw. am Schimmer, der direkt über dem (noch weißen) Leinenband zu sehen ist. Man erkennt die rötliche Farbe noch deutlicher, wenn man ein klein wenig Flüssigkeit aus dem Topf schöpft und in ein Glas füllt – gegen das Licht gehalten leuchtet es wunderschön milchig-rot.
Nach dem Auswaschen und Trocknen des Leinens ist vom rötliche Schimmer allerdings nichts mehr zu sehen – mein kleines Leinenstückchen hat eine zarte, pudrig-gelbe Farbe angenommen.

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Beim Pflanzenfärben hat man so viele Möglichkeiten. Vom jeweiligen Erntezeitpunkt, Standort der Pflanze, Material des Färbetopfs, Art der Beize usw. mal ganz abgesehen, kann man das Färbegut (Wolle, Leinen, Baumwolle, Seide,…) beispielsweise über Nacht ohne erneutes Erhitzen in die abgeseihte Färbeflotte legen – das Farbergebnis wird dann eher zart ausfallen*. Ich wünsche mir einen etwas kräftigeren Farbton, weshalb ich die Färbeflotte samt Johanniskraut noch einmal erhitze. Anschließend lasse ich den Sud wieder abkühlen, entferne das Johanniskraut, gebe das vorgebeizte Leinenstück dazu und erhitze beides nochmal langsam bis knapp an den Siedepunkt (ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich die Farbe des Suds oft ins bräunliche wandelt, wenn zu stark erhitzt wird) und lasse es für mind. 1-2 Stunden leise vor sich hin köcheln (umrühren nicht vergessen, damit sich die Farbpigmente gleichmäßig im Wasser verteilen).
*Man sollte bedenken, dass Pflanzengefärbtes mit der Zeit wieder etwas verblasst, wenn es dem Licht ausgesetzt wird – unser Wiegenschleier war nach einigen Jahren fast wieder weiß, nur ein zarter rosa Schimmer in den Falten war noch zu sehen

Wie es weiter geht, schreibe ich nach und nach hier auf…

Herzlichst,

Michèle ♥

Profilbild, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg