In Lullabee | Bienentagebuch

Wimmelbilder aus Bienenhausen

*Werbung (unbeauftragt)

Gestern haben wir unsere Bienenkiste noch einmal geöffnet, um nachzusehen, ob sich seit der ersten Schwarmkontrolle etwas verändert hat, ob sich inzwischen eine neue Königin ankündigt – die vier angelegten Weiselzellen (Spielnäpfchen) waren aber nach wie vor leer (das kann sich natürlich noch ändern, die Schwarmzeit der Honigbienen dauert ja noch ein bisschen).
Natürlich habe ich auch wieder einige Bilder eingefangen. Auf diesem hier sieht man wohl den fleißigen Zimmerservice, eine junge Arbeiterin, die kopfüber in einer Zelle steckt, aus der vielleicht kurz zuvor eine Biene geschlüpft ist. In den ersten drei Lebenstagen sind die Bienen nämlich im Putzdienst tätig, machen zuerst ihre eigene, dann auch andere Zellen im Bienenstock blitzeblank sauber, damit die Königin das nächste Ei in`s frisch gemachte Bettchen legen kann.

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Ich bin noch immer ziemlich aufgeregt, wenn wir die Bienenkiste öffnen (man kann nicht einfach geschwind den Deckel abnehmen, die Bienenkiste muss zuvor erst mal vorsichtig gekippt werden). Gestern war ich zum Glück etwas entspannter (und die Bienen gleich mit) – trotzdem bekomme ich noch immer vor lauter Aufregung knallrote Backen. Vielleicht braucht es einfach etwas Zeit, bis sich so etwas wie Routine einstellt. Ich muss aber sagen, dass ich es nicht alleine stemmen könnte, die Bienenkiste zu drehen, um sie dann öffnen zu können. Die letzten Wochen hat sie nochmal ordentlich an Gewicht zugenommen – wahrscheinlich haben die Bienen Dank der guten Trachtverhältnisse reichlich Nektar eingetragen, ich kann nur staunen (die Bienenkiste momentan zu heben fühlt sich ein bisschen wie Gewichtheben an). Die vielen Kirsch- und Apfelbäume in der Umgebung blühen allmählich ab, dafür leuchten rings um uns herum gelbe Rapsfelder, auch die Rosskastanie blüht und gestern habe ich erste Mohnblumen am Wegrand entdeckt (sie sind in etwa so rot wie meine Backen, wenn ich am Bienenstock stehe) – ein reich gedeckter Tisch für die Bienen (noch zumindest). Wenn es nur auch so regnen würde wie es derzeit Apfelblütenblätter schneit….

Nun bin ich gespannt, wie es weiter geht, ob unser Bienenvolk in diesem Jahr schwärmt oder nicht. Die Einraumbeute steht jedenfalls bereit und ich würde wirklich liebend gerne noch in diesem Frühjahr ein zweites Bienenvolk in unseren Garten einladen – meine Kinder würden sich auch sehr darüber freuen! Als ich selbst noch ein Kind war, hätte ich es niemals gewagt, eine Biene auf die Hand zu nehmen (auch vor zwei Jahren wäre mir das nicht in den Sinn gekommen). Ich hoffe, unsere beiden Jüngsten behalten ihre achtsame und respektvolle Zuneigung gegenüber den Bienen, vielleicht verwandelt sie sich ja in Liebe

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Das Bienchen hier in der Hand ist übrigens ein Drohn – männliche Bienen haben keinen Stachel (meine Kinder erkennen inzwischen den Unterschied zwischen Arbeiterinnen und Drohnen übrigens allein). Obwohl man also keine Sorge zu haben braucht, von einem Drohn gestochen zu werden, finde ich dennoch, dass neben Vertrauen anfangs auch etwas Mut dazu gehört, eine Biene so sorglos und ruhig auf der Hand krabbeln zu lassen. Ich übe mich jedenfalls noch drin – meine Kinder sind mir oft einen Schritt voraus!

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Mein Wissensdurst ist ungebändigt. Voriges und auch in diesem Jahr habe ich zwei wundervolle Imkerkurse bei Mellifera besucht, momentan nehme ich an einem Online-Seminar zur ökologischen Bienenhaltung teil. Im Sommer 2019 habe ich die beiden Gründer des Bieneninstituts proBiene David Gerstmeier & Tobias Miltenberger kennen gelernt, die mitten in Stuttgart die demeter-Imkerei Summtgart betreiben – David & Tobias (die übrigens das Volksbegehren Artenschutz hier bei uns in Baden Württemberg initiiert haben) bieten ihren ursprünglichen durch das ganze Bienenjahr begleitenden Imkerkurs, der eigentlich in Stuttgart stattgefunden hätte, bedingt durch Corona nun online an. Ich lausche neugierig.

 

Michèle ♥

Profilbild, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg

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