In DIY/ DIY | Allerlei

Mund- und Nasenmasken

Werbung (unbezahlt)*

Wenn schon Mund- und Nasenmasken, dann wenigstens in schön!

Gestern hab`ich auf Instagram versprochen, meine Erfahrungen und Tipps zu selbst genähten Behelfsmasken aufzuschreiben (ich war anfangs nämlich völlig überfordert). Noch vor ein paar Wochen hätte ich nicht im Traum daran gedacht, dass ich auch mal solche Mauldäschle (Danke an Karin für diese nette Wortinspiration) nähen werde. Nun ist es also doch soweit, u.a., weil meine Mama sich welche wünscht und ich auch einige davon an die Dorfgemeinschaft Tennental schicken möchte, die neulich um Spenden solcher Behelfsmasken für ihre Mitarbeiter gebeten hat (wenn sich mehrere Menschen finden, kommen viele Masken zusammen, ohne dass jeder einzelne stapelweise welche nähen muss – auch viele Arztpraxen, Hebammen usw. bitten momentan um Spenden).
Ich weiß, die Meinungen zu Mund- und Nasenmasken gehen auseinander, ich war anfangs auch skeptisch, ob und wie nützlich diese selbst genähten Masken überhaupt sind. Nachdem sie aber auch vom Corona-Spezialisten und Virologen Dr. Drosten und dem RKI empfohlen werden – nagut…. Ich denke, ein kleiner Schutz ist besser als gar keiner. Man muss sich natürlich im Klaren darüber sein, dass Behelfsmasken nicht zu 100 % schützen und man damit eher andere schützt, als sich selbst – es geht wohl mehr um Achtsamkeit und das empfinde ich in solchen Zeiten neben dem Schutzgedanken auch als eine schöne Geste.

Jeder, der solche Masken nähen möchte, hat wohl seine eigenen Vorlieben, was die vielen Anleitungen und Beispiele betrifft, die inzwischen im Umlauf sind – es gibt unzählige Schnittmuster (größtenteils kostenlos), einfache und etwas aufwändigere, schlicht als Rechteck zugeschnitten mit gelegten Falten oder bereits etwas geformte, mit und ohne Abnäher usw. Ich habe mir etliche Modelle vorgeknöpft, mir meine Gedanken dazu gemacht, auch einige ausprobiert und zum Teil hier und da etwas abgewandelt – bei zweien davon bin ich letztlich hängen geblieben (mit kleineren Anpassungen). Man muss sich einfach irgendwann mal entscheiden. Nun aber auch noch ein eigenes Schnittmuster zu veröffentlichen, finde ich völlig unnötig (man findet ja schon so kaum noch den Wald vor lauter Bäumen). Es gibt wirklich viele gut durchdachte Modelle von Menschen, die sich bereits den Kopf zerbrochen haben, all die Beispiele lassen sich zudem nach eigenen Bedürfnissen anpassen. Ganz bestimmt findet jeder sein Glück oder seine Lieblingsmaskenschnittmuster, welche meine sind, verrate ich gleich.

Übrigens: viele Behelfsmasken-Schnittmuster ähneln sich zum Teil sehr oder sind sogar weitgehend identisch. Ich habe neulich einfach mal eine Atemmaske aus dem Baumarkt (hab` noch eine von meinen Steinmetzarbeiten hier) an das ein oder andere gefundene Schnittmuster gehalten – Form und Maße waren mehr oder weniger tupfengleich (irgendwoher müssen die Abmessungen ja auch kommen, auf diese simple Idee bin zumindest ich recht schnell gekommen).

Ein Tipp, ganz grundsätzlich und unabhängig von der jeweiligen Wahl des Schnittmusters: eine eingearbeitete Nasenklemme finde ich unerlässlich (sonst kann man sich auch ganz einfach auch einen Schal oder ein Tuch vor`s Gesicht binden). Allerdings würde ich dafür nie und nimmer irgendeinen Draht, Pfeifenputzer o.ä. verwenden – sämtliches Material an so einer Maske sollte rostfrei sein und Hitze & Wasser vertragen (also auch eine hohe Temperatur in der Waschmaschine oder heißen Bügeldampf) und man sollte sich natürlich auch nicht an spitzen Drahtenden o.ä. verletzen! Ich verwende deshalb spezielle Nasenklemmen, die extra für solche Masken hier in Deutschland hergestellt werden – bestellt habe ich sie direkt beim Hersteller Bestell dein Blech (by the way – witziger Name, bei all der Ernsthaftigkeit). Ich nähe also in meine Masken, unabhängig, ob im Schnittmuster so angegeben oder nicht, knapp unterhalb der oberen Kante immer einen schmalen Tunnel für diese Nasenklemme, bzw. -bügel.


Was ich aus eigener Erfahrung wärmstens empfehlen kann, ist eine dehnbare Fixierung – finde ich wesentlich bequemer und besser sitzend als gewebte Bindebänder. Ich persönlich verwende deshalb auch keine Schrägbänder für meine Mund- und Nasenmasken, sondern entweder Gummischlaufen (bzw. bunte Gummikordeln) oder eine Jerseynudel (schmale Bänder, die ich einfach aus Jerseystoffen zuschneide) zum Binden im Nacken und Hinterkopf (wie hier zu sehen).


Obacht: Die Behelfsmasken mit Gummischlaufen, die man sich einfach hinter die Ohren zieht, sind zwar praktisch, passen aber nicht unbedingt jedem (meine Tochter hat z.B. ein sehr schmales Köpfchen, sodass ich für sie viel kürzere Schlaufen anbringen muss – meinem großen Kirschkernspucker hier passt mein Standardstückchen dagegen wie angegossen).

Jetzt aber endlich zu den von mir ausgewählten Schnittmustern (wie gesagt – inzwischen gibt es so viele Beispiele im WWW, sicher findet jeder das, was ihm behagt oder gefällt – das hier sind einfach meine ganz persönlichen Favoriten:

Bei Susalabim gibt es ein Schnittmuster, das etwas aufwändiger zu nähen ist, es bietet dafür aber die Möglichkeit, zusätzlich eine Art Extra-Einlage in Form eines auswechselbaren medizinischen Vlieses, Kaffeefilters, Taschentuch o.ä. zwischen die Stofflagen zu schieben. Der Mund- und Nasenschutz an sich ist aber bereits dreilagig, für mich persönlich eine „atemberaubende Angelegenheit“ (dafür bietet es vielleicht mehr Schutz). Ich kann durch drei Lagen Stoff leider kaum atmen, auch wenn ich ganz normale, nicht zu dicke Baumwollstoffe verarbeite (muss aber erwähnen, dass ich allgemein in Windeseile Panik bei Enge bekomme, bzw. auch dann, wenn ich wenig Luft bekomme – ein zusätzlich eingelegtes Vlies wäre mir definitiv zu viel).


An sich finde ich das Schnittmuster von Susalabim aber prima (außerdem liebe ich ihre Illustrationen und Stickdateien). Man könnte die dritte Lage (also das kleinere Schnittteil, hier hellblau gepunktet) theoretisch auch weglassen, dann wäre die Maske nur zweilagig. Gut finde ich, dass diese Mund- und Nasenmaske mittig keine durchgängige Naht hat, die rundliche Form kommt durch die beiden Abnäher zustande (das Stoffmuster wird also nicht wie bei anderen Beispielen von einer durchgängigen Naht unterbrochen – gefällt mir!).
Was ich an Susalabims Schnittmuster geändert habe: ich habe Außen- und Innenteil seitlich etwas verlängert (etwas mehr als nur um die Nahtzugaben) und an den seitlichen Kanten eine zusätzliche kleine Falte gelegt, sodass sich die Maske noch etwas besser an das Gesicht schmiegt – den mittigen Abnäher unten habe ich zudem etwas weiter als den oberen eingenäht:

Bei Mees und Mees habe ich eine weitere Variante entdeckt (rechteckige Zuschnitte), die ebenso die Möglichkeit bietet, eine auswechselbare Einlage einzuschieben – ich persönlich mag aber die dem Gesicht schon etwas angepasste Form wie hier lieber (Geschmacksache).

Zuletzt bin ich ich auf die Anleitung vom Nähfrosch gestoßen, die mir auch gut gefällt – ich nähe diese Variante (wie die anderen auch) entweder mit seitlicher Gummischlaufe oder sog. Jerseynudel, finde dieses Modell ähnlich bequem wie das von Susalabim, es näht sich aber etwas schneller (bin nicht das schnellste Schneiderlein, brauche ca. 20 Minuten inkl. bügeln für diese etwas einfachere Variante, zzgl. Zuschnitt)

Mund- und Nasenmaske, Mundmaske, Nasenmaske, selber nähen, Daniela Drescher Mund- und Nasenmaske, Mundmaske, Nasenmaske, selber nähen, Daniela Drescher Mund- und Nasenmaske, Mundmaske, Nasenmaske, selber nähen, Daniela Drescher Mund- und Nasenmaske, Mundmaske, Nasenmaske, selber nähen, Daniela Drescher Mund- und Nasenmaske, Mundmaske, Nasenmaske, selber nähen, Daniela Drescher Mund- und Nasenmaske, Mundmaske, Nasenmaske, selber nähen

Ich nähe übrigens am liebsten ein Zwischending aus zwei Modellen und habe fast nur Stoffreste verwendet (bis auf den Stoff mit den Kirschen, den habe ich nun nach jahrelanger Horterei endlich doch mal anbeißen…ähm, anschneiden müssen). Extra besorgt habe ich mir für die Mund- und Nasenmasken also nur die Nasenklemmen, alles andere waren Fundstückchen aus meinem Sammelsurium. Ich nähe Behelfsmasken ausschließlich aus reiner Baumwolle oder Leinen, beides kann man in der Regel bei höheren Temperaturen waschen und mit heißem Dampf bügeln. Ich wasche alle Stoffe vorher, damit später nichts mehr einläuft.

Infos vom RKI zu Behelfsmasken
Infos zur Handhabung & Pflege der Behelfsmasken vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

 

Anmerkungen zum Waschen der Behelfsmasken, weil ich einige Fragen dazu bekommen habe (auch via Instagram):

Die Stoffhersteller geben in der Regel eine Waschempfehlung – meist liegt diese bei Baumwollstoffen zwischen 40 und 60°C, manchmal auch darunter (also 30 °C), selten mal höher. Ich wasche relativ häufig, weil wir eine große Familie sind und deshalb viel Wäsche anfällt. Meist wasche ich bei 40°C, auch Stoffe, für die eigentlich eine max. Temperatur von 30 °C empfohlen wird. Ich persönlich sehe das nicht so eng (gebe aber natürlich KEINE Gewähr und schreibe auch nicht, dass das bitteschön jeder so halten soll und das niemals schief geht). Bei Nahrungsmitteln wird auch ein Mindesthaltbarkeitsdatum angegeben, das meiste kann man aber noch viel länger essen, als angegeben, weswegen ich mich auch hier immer auf mein Gefühl und meine Sinne verlasse. Und so ähnlich handhabe ich das auch mit der Waschempfehlung. Mit der Zeit entwickelt man doch ein eigenes Gespür für das Material – Wolle wasche ich natürlich lauwarm und von Hand, Baumwollstoffe würde ich persönlich aber auch ohne Bedenken bei 60 °C (oder noch heißer) waschen, falls nötig oder sinnvoll und natürlich auf eigene Gefahr, wenn der Hersteller nur 30 °C angibt (das hat manchmal auch mit den Farben zu tun, nicht immer nur mit dem Material selbst). Ich wasche meine Stoffe übrigens IMMER vor dem Nähen!
Behelfsmasken sollte man natürlich heißer waschen als bei 40 °C (siehe nochmal die Infos des BfArM). Natürlich würde ich nun nur eine Handvoll Behelfsmasken in der Waschmaschine waschen, das wäre völlig übertrieben und sinnlos und ich würde auch meine übrige Wäsche nicht nur wegen den Masken heißer waschen als gewöhnlich. Wie würde ich es machen? Ich erinnere mich an meine Kindheit – meine Oma mit Kopftuch, Schürze und einem langen Kochlöffel in der Hand am Herd in der feucht-nebeligen Küche, vor sich einen groooßen dampfenden Topf mit Schaumkrone. Ich rieche noch immer den Duft des Waschpulvers, denn sie hat in diesem Topf Kochwäsche gewaschen und gefühlt stundenlang darin gerührt. Tja, und so in der Art würde ich es wohl auch mit unseren Behelfsmasken machen – ich würde mir einfach einen Topf mit heißem Wasser auf den Herd stellen, mit oder ohne Waschmittel, je nach Bedarf (und da der Hersteller der Nasenklemmen eine max. Temperatur von 80°C angibt, würde ich darauf wohl ausnahmsweise mal achten – vielleicht zumindest). Und danach würde ich die Behelfsmasken dann noch ordentlich mit heißem Dampf bügeln – ich kann mir nicht vorstellen, dass nach so einem Prozedere noch Corona-Viren vorhanden wären. Aber – alles ohne Gewähr, das sind meine persönliche Gedanken und Überlegungen!


Nachtrag:
Meine selbstgenähten Behelfsmasken habe ich bisher nur an andere verschenkt und im Laufe der letzten Wochen allerlei Varianten ausprobiert. Bald schon müssen wir in Baden-Württemberg u.a. beim Einkaufen nun auch Masken tragen – also: nochmal ab ins Nähstübchen.
Zu meinen beiden oben gezeigten Lieblingsmodellen hat sich jetzt noch eine dritte geschlichen: Eine ziemlich nette japanische Origami-Maske, die mir richtig gut gefällt! Ich habe sie vor wenigen Tagen zufällig bei *Keiko Olsson auf Youtube entdeckt (wenn ihr auf den Link nebenan klickt, landet ihr direkt bei ihrer ausführlichen Videoanleitung). Die Origami-Maske hat mir augenblicklich gefallen, auch wenn man ziemlich sorgfältig ausmessen, markieren, falten und bügeln muss, aber es macht großen Spaß – zumindest, wenn man Origami – die Kunst des Papierfaltens mag.
Die Origami-Maske kommt ganz ohne Nasenklemme daher und schmiegt sich trotzdem richtig toll an die Gesichtsform – wie von Zauberhand umschmiegt sie Nase und Kinn (was man auf den ersten Blick überhaupt nicht erwartet). Ich mag die echt gerne, vor allem für Kinder, weil sie sich so gemütlich trägt und nix zwickt oder zwackt (außer vielleicht das Band hinter`m Ohr).
Keiko Olsson beschreibt in ihrem Anleitungsvideo leicht verständlich sämtliche Arbeitsschritte.

Origami-Maske (Keiko Olsson)

Die im Video beschriebene Erwachsenengröße passt übrigens mit einem kürzeren Band sogar meinen Kindern (es gibt aber noch eine kleinere Kindergröße – vielleicht passend für`s Kindergartenalter). Für meinen Mann und einen Freund habe ich die Origami-Maske allerdings etwas breiter und länger zugeschnitten (man muss beim Falten ein bisschen herumfriemeln, mit etwas Augenmaß klappt das aber gut – vielleicht war`s auch einfach nur Glück).

Sonnige Frühlingsgrüße – bleibt gesund!

Michèle ♥

Profilbild, Michèle Brunnmeier, Fotograf, Bietigheim-Bissingen, Ludwigsburg

*Dieser Blogbeitrag enthält Verknüpfungen (dunkel hervor gehobene Textstellen zum Anklicken). Erwähnungen, persönliche Empfehlungen & Verknüpfungen in diesem Blogbeitrag sind freiwillig und beinhalten weder beauftragte noch honorierte Werbung!